Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags. Wir begegnen ihr beim Schreiben von Texten, bei automatischen Übersetzungen, bei Suchvorschlägen, bei der Erkennung von Gesichtern, Stimmungen, Objekten, und zunehmend auch bei Entscheidungen im Hintergrund: Wer bekommt welchen Kredit? Welche Bewerbung wird zuerst gelesen? Welche Information erreicht mich, und welche nicht?
Doch was genau ist KI eigentlich? Oft wird sie dargestellt wie ein denkendes Wesen, dabei ist sie etwas völlig anderes: ein System, das auf Muster reagiert. Genauer gesagt: auf große Mengen von Daten, aus denen Wahrscheinlichkeiten berechnet werden. Wenn du einer KI wie ChatGPT eine Frage stellst, gibt sie nicht die „richtige“ Antwort, sondern die statistisch wahrscheinlichste nächste Wortfolge. Sie ist beeindruckend, weil sie gelernt hat, Sprache so zu formen, dass sie menschlich klingt. Aber sie versteht nicht, was sie sagt. Und genau darin liegt ihre Kraft, und ihre Grenze.
​​​​​​​In diesem Raum geht es darum, sich mit KI vertraut zu machen, ohne sie zu überhöhen oder zu unterschätzen. Es geht darum zu verstehen, wie sie funktioniert, ohne technische Vorkenntnisse zu brauchen. Und es geht darum, erste Erfahrungen zu sammeln, wie man mit ihr arbeiten kann, und worauf man dabei achten sollte.
Zum Beispiel:
Was ist ein Sprachmodell? Ein riesiger Textkorpus, aus dem ein System gelernt hat, wie Sprache funktioniert, ohne je zu wissen, worum es inhaltlich geht.
Warum wirken KI-generierte Texte oft so überzeugend? Weil sie Redewendungen, rhetorische Muster und stilistische Floskeln exakt reproduzieren können, und damit Vertrauen erzeugen, selbst wenn der Inhalt ungenau oder falsch ist.
Wie unterscheiden sich Bild-KIs wie Midjourney von klassischen Bildbearbeitungsprogrammen? Sie erzeugen keine „echten“ Bilder, sondern visuelle Wahrscheinlichkeiten auf Basis von Textbeschreibungen. Was du eingibst, ist eine Anfrage an ein riesiges, ästhetisch trainiertes Modell, keine gezielte Bearbeitung.
Wie entsteht Musik mit KI? Auch hier: keine komponierende Intelligenz, sondern statistische Muster aus tausenden musikalischen Strukturen. Kein Gefühl, aber Wirkung.
Einblicken bedeutet, nicht nur darüber zu sprechen, was KI ist, sondern zu erleben, wie sie sich anfühlt, wenn man ihr begegnet. Sie kann helfen, Ideen zu sortieren. Sie kann Impulse geben. Sie kann schreiben, skizzieren, rhythmisieren. Aber sie kann auch verführen, verzerren, halluzinieren.
Und sie stellt Fragen, nicht nur technische, sondern menschliche: Was passiert, wenn wir anfangen, unsere Sprache auszulagern? Was geschieht, wenn Bilder entstehen, die nie jemand gesehen hat, aber trotzdem Wirkung entfalten? Wie verändern sich unsere Arbeitsbeziehungen, wenn wir nicht mehr alles selbst denken, schreiben oder entscheiden?
All das beginnt hier. Nicht mit einer Antwort. Aber mit einem ernst gemeinten Einblick.

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